17. Juni 2026
Europameisterschaft in Montemor-o-Velho: Ungarn dominiert den Medaillenspiegel
Am vergangenen Sonntag endeten die diesjährigen Kanu-Europameisterschaften im portugiesischen Montemor-o-Velho. Die ungarische Nationalmannschaft konnte mit insgesamt fünf Gold-, sechs Silber- und sechs Bronzemedaillen den ersten Platz im Medaillenspiegel belegen. Besonders erfreulich: In sämtlichen olympischen Disziplinen – ob Kajak oder Kanu, Damen oder Herren – konnten die ungarischen Athleten einen Podestplatz erkämpfen.
Kajak-Sparte: Licht und Schatten
Die Kajak-Herren gewannen drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Ein besonderes Highlight war der Sieg im olympischen K-4 über 500 Meter: Das Quartett bestehend aus Bence Nádas, Bence Fodor, Levente Kurucz und Sándor Tótka holte den ersten EM-Titel in dieser Disziplin seit neun Jahren.
Cheftrainer Dávid Tóth zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistungsdichte: „Die Konkurrenz im K-4 ist extrem hoch, umso schöner ist es, dass unsere Jungs sich durchsetzen konnten.“ Auch im Zweier überzeugten Kurucz und Fodor mit Silber hinter dem deutschen Olympiasieger-Boot. Bálint Kopasz (K-1 1000m) erreichte den zweiten Platz, wobei Tóth anmerkte, dass ein unglücklicher Defekt an seinem Boot vor dem Finale zwar ein Faktor war, aber auch die taktische Cleverness des weißrussischen Siegers entscheidend zum Ausgang beitrug.
Bei den Damen fällt das Fazit gemischter aus. Zsóka Csikós gewann Bronze im K-1 über 500 Meter. Trainer Tóth sieht bei ihr noch Potenzial für die Weltmeisterschaft, zeigte sich aber enttäuscht von der Leistung des Vierers und des Zweier-Bootes (Ujfalvi/Csikós). Hier kündigte er bereits interne Selektionsrennen für Ende Juli an, um die stärksten Besetzungen für die WM zu finden.
Kanu-Sparte: Konstanz und Kampfgeist
Im Canadier-Bereich verteidigte Zsófia Csorba ihren Titel über 5000 Meter. Das Team von Cheftrainer László Foltán jun. konnte zudem zwei Silber- und drei Bronzemedaillen verbuchen.
Das Duo Ágnes Kiss und Bianka Nagy kämpfte sich nach einem enttäuschenden Start im 200m-Rennen (Platz 6) eindrucksvoll zurück und holte über die olympische 500m-Distanz Silber. „Der erste Lauf war wie ein Schlag in die Magengrube, aber die Reaktion am nächsten Tag mit dem Silberrang war stark“, so Foltán. Auch im C-2 der Herren über 500 Meter gab es Edelmetall: Dániel Fejes und Jonatán Hajdu sicherten sich die Bronzemedaille in einem hart umkämpften Feld.
Para-Kanu: Medaillen in jeder Klasse
Die ungarischen Para-Athleten überzeugten mit einer breiten Ausbeute. Besonders hervorzuheben ist der Doppelsieg im KL1 200m: Der viermalige Europameister Péter Pál Kiss siegte vor Róbert Suba. Katalin Varga erkämpfte sich im KL2 eine Bronzemedaille und bewies mentale Stärke bei schwierigen Windverhältnissen.
Ausblick
Für die Para-Mannschaft geht es bereits im Juli beim Weltcup in Montreal weiter. Die Nominierung folgt dem klaren Prinzip: Wer in Brandenburg das Finale erreichte, bekommt die Chance, sich auf internationalem Parkett weiter zu beweisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das ungarische Team trotz einiger Baustellen in den Damen-Kajak-Booten für die anstehenden Weltmeisterschaften hervorragend aufgestellt ist. Die Trainer sind bereits in der Analysephase, um die letzten Prozentpunkte für das nächste große Ziel herauszukitzeln.
