Jahresplanung im Kanurennsport (bis 14 Jahre) – VP1/VP2, WP und ÜP
Im Kanurennsport bringt dich nicht „eine harte Woche“ nach vorn, sondern viele gute Wochen hintereinander. Damit Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre besser werden, ohne ständig krank, verletzt oder leer zu sein, braucht es eine einfache Jahresplanung. In der Trainingslehre teilt man das Jahr oft in vier Abschnitte ein: VP1, VP2, WP und ÜP. Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich nur eine clevere Reihenfolge: erst Grundlagen, dann mehr Tempo, dann Wettkämpfe – und danach Erholung.
Vorbereitungsperiode 1 (VP1) – „Basis bauen“
In der VP1 geht es darum, die Grundlage zu legen. Für Paddler bis 14 heißt das vor allem:
- Technik lernen (sauberer Paddelschlag, Gleichgewicht, Bootskontrolle)
- Viel bewegen, aber nicht ständig maximal hart (Ausdauer spielerisch aufbauen)
- Allgemeine Athletik (Beweglichkeit, Rumpfspannung, Koordination)
Wichtig: In diesem Alter ist Technik im Rennkanu oft wichtiger als „noch mehr Kilometer“. Wer sauber paddelt, wird später schneller – auch ohne extremes Training.
Vorbereitungsperiode 2 (VP2) – „Spezifischer werden“
In der VP2 wird das Training etwas „rennmäßiger“. Das bedeutet:
- Mehr Abschnitte mit höherer Geschwindigkeit
- Kurze Starts und Steigerungen
- Technik bleibt das Hauptthema – aber jetzt auch unter etwas mehr Belastung
Für U14 gilt: Intensität ja, aber dosiert. Lieber kurze, saubere schnelle Teile als lange Einheiten, bei denen die Technik auseinanderfällt.
Wettkampfperiode (WP) – „Leistung zeigen“
Der kritischste Punkt ist die Transferleistung vom Hantelraum ins Boot. Dieser Transfer ist kein Automatismus, weil die Bewegung im Rennkanu sehr spezifisch ist: Zugrichtung, Rumpfrotation, Timing, Druckphase und die Stabilisierung des Schultergürtels unterscheiden sich deutlich von vielen Standardübungen. Transfer entsteht vor allem dann, wenn Krafttraining (1) stabile Strukturen aufbaut, (2) Bewegungsmuster unterstützt, die im Boot gebraucht werden, und (3) konsequent mit Techniktraining im Wasser gekoppelt wird. Praktisch bedeutet das: Grundübungen können eine starke Basis liefern, sollten aber durch paddelspezifische Ergänzungen ergänzt werden (Rotation/Anti-Rotation, Zugmuster, Schulterblattkontrolle, Hüftstabilität). Gleichzeitig muss im Wasser regelmäßig unter unterschiedlichen Intensitäten technisch sauber gearbeitet werden, damit die „neue Kraft“ auch in Vortrieb übersetzt wird.In der WP stehen Wettkämpfe im Mittelpunkt. Das Training wird oft:
- kürzer, aber qualitativ
- mit klaren Zielen (Start, Rhythmus, Endspurt)
- mit genug Pausen zwischen harten Tagen
Für Kinder im Kanurennsport ist wichtig: Wettkämpfe sind auch Lernmomente. Nicht jeder Start muss „Bestzeit oder nichts“ sein. Technik, Mut und Routine sind genauso wertvoll.
Übergangsperiode (ÜP) – „Erholen und Spaß behalten“
Die ÜP ist die Phase nach der Saison. Hier wird weniger paddelspezifisch trainiert:
- lockere Bewegung, andere Sportarten
- Mobilität, Stabilität, kleine Spiele
- mental runterfahren
Gerade bis 14 Jahre ist die ÜP entscheidend, damit Motivation und Körper frisch bleiben. Wer nie Pause macht, wird oft nicht „härter“, sondern nur müder.
